UGREEN war lange vor allem für Ladegeräte & Hubs bekannt – inzwischen mischt die Marke mit der NAS DXP-Serie aber ernsthaft im Heim-NAS-Markt mit. Spannend wird’s für Home-Anwender vor allem dort, wo klassische NAS-Hersteller (Synology/QNAP) teils teurer werden oder bei der Hardware konservativ bleiben.

Dieser Beitrag ist für dich, wenn du Fotos/Backups zentral speichern, Medien streamen, Familien-Accounts verwalten und vielleicht sogar Docker/VMs nutzen willst – ohne gleich in “Mini-Server-Overkill” abzurutschen.

Für wen ist ein NAS zuhause wirklich sinnvoll?

Ein NAS (Network Attached Storage) ist dein privater Fileserver im Heimnetz. Typische Home-Use-Cases:

  • Fotos/Videos zentral sichern (Handys + PCs)
  • Backups automatisieren (nicht „wenn ich mal dran denke“)
  • Familien-Cloud statt Google Drive / iCloud-Chaos
  • Medien streamen (Jellyfin/Plex/Emby – oder simpel per DLNA)
  • Optional: Docker-Apps (Paperless, AdGuard, Immich, Home Assistant, …)

Warum ich UGREEN aktuell positiver sehe

1) Modernere Hardware fürs Geld

Das ist der Punkt, den du beim ersten Blick auf Datenblätter sofort fühlst: UGREEN ist deutlich „aktueller“ unterwegs (CPU-Generation, 2.5GbE-Ports, NVMe-Slots, teils HDMI – je nach Modell).
Bei Synology wirkt Hardware in vielen Preisklassen oft wie: „reicht schon“.

Und ja: Software ist wichtig – aber wenn ich ein Gerät 5–7 Jahre betreibe, will ich nicht direkt im Jahr 1 das Gefühl haben, dass ich an Grenzen stoße.

2) Mehr Offenheit = weniger Bauchschmerzen

Ich habe Synology lange geliebt, aber dieses „wir entscheiden, was du darfst“ wurde 2025 ein Thema, als Synology bei neuen Modellen stärker in Richtung Drive-Kompatibilitäts-/Zertifizierungs-Zwang gegangen ist. Das war für mich so ein Moment, wo ich gesagt habe:

Okay – dann investiere ich meine Zeit lieber in ein System, das mich nicht erzieht.

Synology ist später wieder ein Stück zurückgerudert (DSM 7.3 hat einiges entschärft), aber der Vertrauens-Knick bleibt bei mir ehrlich gesagt.

3) Wachsende Community & Momentum

Das ist noch kein „Synology-Level“, aber man merkt: Bei UGREEN entsteht gerade richtig Bewegung – Setups, RAM-Upgrades, NVMe-Themen, Apps, Docker-Stacks, Workarounds, Guides.
Ich mag dieses Gefühl, wenn ein Produkt gerade “hochgeht”, weil viele Leute Lust haben, es gemeinsam besser zu machen.

UGREEN vs. Synology vs. QNAP – mein Blogger-Vergleich (Home-Fokus)

UGREEN (DXP-Serie)

Stärken

  • moderne Hardware/Anschlüsse fürs Geld
  • gute Basis für Medien + Backups + „ein bisschen Homelab“
  • angenehmes „nicht so restriktiv“-Gefühl

Schwächen

  • Software-Ökosystem noch nicht so tief wie DSM
  • du spürst: es ist ein jüngeres System (Updates bringen noch sichtbar Reife)

Synology

Stärken

  • „läuft einfach“ wie kaum was anderes
  • extrem starkes Software-Ökosystem (DSM + Apps)
  • perfekt, wenn du wenig basteln willst

Schwächen

  • hardwareseitig oft konservativ
  • die Phase mit Kompatibilitäts-/Zertifizierungsdruck hat Vertrauen gekostet (auch wenn später wieder gelockert)

QNAP

Stärken

  • viel Power, viele Möglichkeiten, große Modellvielfalt
  • oft sehr gute Hardwareausstattung je nach Serie

Schwächen

  • aus meiner Sicht: du musst Security/Updates wirklich aktiv ernst nehmen
  • insgesamt „mehr Baustellen-Potential“ als Synology/UGREEN (wenn du es super-simpel willst)

DXP2800 oder DXP4800 – was würde ich dir empfehlen?

DXP2800 (2-Bay): wenn du „Familien-NAS + Media + Backups“ willst

Passt perfekt, wenn du:

  • überschaubares Datenwachstum hast
  • eher RAID1 (Spiegelung) planst
  • möglichst kompakt bleiben willst

Mein Sweet-Spot: Das ist das Gerät für „ich will’s endlich richtig machen, ohne gleich ein Serverrack zu bauen“.

DXP4800 (4-Bay): wenn du Wachstum willst oder schon viel sammelst

Passt perfekt, wenn du:

  • weißt, dass Daten immer mehr werden (Fotos/4K, Medien, Projekte)
  • flexiblere RAID-Optionen willst (typisch RAID5/6-Denke)
  • später nicht direkt neu kaufen möchtest

Meine klare Empfehlung, wenn du heute schon ahnst: „2-Bay wird mich irgendwann nerven.“

Konkrete Hardware-Empfehlungen (HDD, NVMe, RAM)

NAS-Festplatten (HDD) für den Dauerbetrieb

Bei Festplatten setze ich bewusst auf das, was sich über Jahre im NAS-Alltag bewährt hat: klassische, unaufgeregte NAS-HDDs, die leise laufen, für den 24/7-Betrieb ausgelegt sind und keine Überraschungen machen.

Für Home-NAS haben sich bei mir vor allem zwei Serien etabliert: WD Red Plus* und Seagate IronWolf*. Beide setzen auf CMR-Technik, laufen stabil im Dauerbetrieb und eignen sich sehr gut für Backups, Fotos und Medien.
Wenn höhere Dauerlasten oder viele gleichzeitige Zugriffe geplant sind, sind WD Red Pro* bzw. IronWolf Pro* eine sinnvolle, etwas robustere Alternative.

Kapazität realistisch geplant:
Für ein 2-Bay-NAS sind 2 × 12 TB oder 2 × 16 TB im RAID 1 eine sehr verbreitete und sinnvolle Wahl.
Bei 4-Bay-Systemen starte ich meist kleiner, z. B. mit 4 × 8 TB oder 4 × 10 TB. Der große Vorteil eines 4-Bay-NAS ist nicht, es sofort maximal zu bestücken, sondern später wachsen zu können, ohne das Gerät selbst austauschen zu müssen.

NVMe-SSDs: Cache, Apps & Metadaten

Bei NVMe-SSDs im NAS geht es weniger um maximale Gaming-Benchmarks, sondern um Zuverlässigkeit, konstante Leistung und Haltbarkeit im Dauerbetrieb.

Sehr bewährt haben sich hier die WD Black SN770* als Preis-/Leistungs-Tipp, die Samsung 990 Pro* für anspruchsvollere Setups sowie die WD Black SN850X* als leistungsstarke Alternative. Sie eignen sich hervorragend für Cache, Docker-Apps und Metadaten.

In den meisten Home-Setups reicht 1 TB NVMe völlig aus. Wer viele Container betreibt, große Foto-Bibliotheken indexiert oder datenbanklastige Dienste nutzt, profitiert spürbar von 2 TB.

Arbeitsspeicher (RAM): sinnvoll aufrüsten

Viele Modelle der UGREEN-DXP-Serie werden mit 8 GB DDR5 ausgeliefert. Für ein reines Backup- oder Medien-NAS kann das ausreichen – sobald jedoch Docker-Container oder mehrere Dienste parallel laufen, macht ein Upgrade schnell Sinn.

Beim DXP2800 halte ich 16 GB DDR5* für den optimalen Sweet Spot und den offiziell unkritischen Ausbau.
Beim DXP4800 sind ebenfalls 16 GB ein sehr guter Startpunkt; bei intensiver Docker-Nutzung dürfen es gern 32 GB* sein.

Natürlich gibt es Nutzer, die deutlich darüber hinausgehen. Für eine saubere, zuverlässige Empfehlung bleibe ich bewusst bei Konfigurationen, die stabil laufen, offiziell unterstützt sind und im Alltag keine unnötigen Experimente erfordern.

Meine empfohlenen Ziel-Konfigurationen

UGREEN DXP2800 (2-Bay)
HDD: 2 × 12 TB (RAID 1)
NVMe: 1 TB
RAM: 16 GB
Ideal für Backups, Fotos, Medien und Docker-Light.

UGREEN DXP4800 (4-Bay)
HDD: 4 × 8–10 TB (RAID 5)
NVMe: 1–2 TB
RAM: 16–32 GB
Mehr Reserven, besseres Wachstum und langfristig flexibler.

Meine persönliche Konfiguration (UGREEN DXP2800)

UGREEN DXP2800 (2-Bay)

HDD: 2 × 12 TB WD Red Plus (RAID 1)

NVMe: 1 × 1 TB WD Black SN770

RAM: 16 GB DDR5

Ein bewusst schlankes, leises Setup mit ausreichend Reserven für Backups, Fotos, Medien und Docker-Apps – ohne Overkill, aber mit Luft für die nächsten Jahre.

Mein Fazit: Warum ich UGREEN (DXP-Serie) gerade gerne empfehle

Wenn du ein NAS für Zuhause suchst, das nicht überteuert, hardwareseitig modern, flexibel und “Home-Lab-fähig” ist, dann trifft UGREEN bei mir gerade einen Nerv.

Synology bleibt “die bequemste Wahl” – aber nach der ganzen Drive-Zwang-Nummer war für mich klar: ich will mich nicht in ein Korsett einkaufen. Und QNAP ist super spannend, aber für viele Home-User eher dann ideal, wenn man “Lust auf Optionen” (und etwas mehr Pflege) hat.


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